Sie sind hier:

Gebloggt

Zur Navigation

Auf halbem Weg zum Ziel.

Ein MacBook Air blind einrichten
Eine Art Zwischenergebnis (5)

27.10.18

Zu den (0) Kommentaren

(Dieser Beitrag, für den 27.10. vorgesehen, erscheint verletzungsbedingt erst jetzt, spiegelt aber den damaligen Status wider.)

Ich habe mein Macbook Air nun fast drei Monate im Betrieb, jedoch nicht als "Arbeitsrechner", sondern eher als Forschungsprojekt. Höchste Zeit also, die Ziele genauer abzustecken und zu sehen, was ich bisher erreicht habe und was es noch zu erforschen und zu erlernen gilt. Auch für ein vorläufiges Fazit wird es Zeit.

Wohin geht die Reise?

Kurz zusammengefasst geht es mir um folgende generellen Ziele:

Erfolgreich erledigt

Das VoiceOver Dienstprogramm

Grundsätzlich kann man mit den Voreinstellungen erfolgreich arbeiten. Aber für die tägliche Arbeit ziehe ich es doch vor, ein paar anpassungen vorzunehmen.

Zum einen betrifft dies die Sprechgeschwindigkeit und die Stimmen allgemein. Ich möchte z.B. Statusmeldungen von einer anderen Stimme gesprochen haben.

Zu beginn ist die Ausführlichkeit der Informationen, die VoiceOver spricht, auf sehr hoch gestellt. Das ermöglicht ein ziemlich selbstständiges Einarbeiten, weil benötigte aktionen gesprochen werden und so langsam ins Gedächtnis einsickern. Aber irgendwann kommt der Moment, wo die ständigen wiederholungen als zu geschwätzig empfunden werden, und dann benötige ich diese Informationen auch nicht mehr. Also habe ich auch hier Anpassungen vorgenommen.

Eine sehr feine Sache ist die Möglichkeit, Tasten und Gesten am Trackpad selbst zu konfigurieren. Ich hatte und habe etwas Mühe, manche "Affengriffe" im Gedächtnis zu behalten und auch auszuführen. Vier bis fünf Tasten gleichzeitig drücken zu müssen, empfinde ich als sehr unkomfortabel. Deshalb habe ich etwas Zeit investiert und mir das Leben einfacher gemacht.

Kommunikation

Ich habe mehrere E-Mail-Konten und das Programm so eingestellt, das ich gut damit klar komme. Abgesehen davon, dass ungelesene Mails für VoiceOver nicht gekennzeichnet sind, habe ich keine Probleme festgestellt. Durch Setzen eines Filters lässt sich aber auch das kompensieren.

Auch mit der Nachrichten-App komme ich gut klar, und für Twitter habe ich "Nightowl" installiert, das meinen Bedarf vollkommen abdeckt.

Dateien verwalten

Viel Zeit hat mich der Finder und Apples Logik hinter der Dateiverwaltung gekostet. Während ich von Windows her gewohnt bin, Dateien durch im Namen enthaltene Zeichenketten per Wildcard zu suchen, basiert die Dateisuche am Mac eher auf Dateiarten (Audio-Dateien, Text-Dateien). Hält man sich von Anfang an an Apples intuitive Vorgehensweise, z.B. neu angelegte Dateien sofort mit Tags zu versehen, so halte ich die zur Verfügung stehenden Suchmethoden für sehr einprägsam. Wie gut ich in der täglichen Praxis damit klar komme, muss sich erst zeigen.

Hat man wie ich ein "langes Leben vor dem Mac" und importiert nicht getaggte Dateien, teilweise im Windows-Format, braucht es etwas Zeit, um die besten Suchmethoden herauszufinden.

Für die Zukunft werde ich mich mehr mit dem thema Tagging befassen. Damit ist es möglich, themenbezogen zu suchen und als Ergebnis alle Dateien mit dem gesuchten Tag zu erhalten, unabhängig von deren Format. auch das Thema "intelligente Ordner" steht noch auf meiner Todo-Liste.

Global suchen am Mac geht natürlich sehr gut mit der Spotlight-Suche.

Als äußerst hilfreich empfinde ich die Möglichkeit, im Finder die Seitenleiste den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Hinzufügen und Entfernen von Ordnern sowie die individuelle Anordnung derselben ist eine feine Sache.

System und Einstellungen

Eine wichtige Sache erschien mir die Erstellung eines Backups mit Time Machine. Ich habe einfach eine neu gekaufte USB-Platte angeschlossen, und der Rest war wie oft bei Apple selbsterklärend. Sicher gibt es auch hier Einstellungsmöglichkeiten, mit denen es sich zu befassen lohnt. Vor allem die Übung für den Ernstfall, also das Zurückspielen eines Backups, werde ich mir noch genauer ansehen müssen.

Ebenso simpel war die einrichtung meines Airprint-fähigen HP-Druckers. Nach eingabe des Suchbegriffs "HP" erschien genau ein Treffer, den ich nur noch zu bestätigen brauchte. Rasch noch ein Probedruck - erledigt. Was für ein Unterschied zur Druckereinrichtung an meinem Windows-PC, inklusive Treiber-Update!

Ein wenig habe ich mich auch mit der Möglichkeit beschäftigt, Tastenkombinationen und Gesten zu definieren. Manche vom System vorgegebene "Affengriffe" sind eindeutig auf die englische Tastatur abgestimmt. Übrigens: Eventuell individuell neu definierte Tastenkürzel muss man sich nicht merken, sie werden beim entsprechenden Menüpunkt angedruckt.

Sehr gern nutze ich die Übertragung von Dateien via Airdrop von meinem iPhone zum Macbook, vor allem dann, wenn es sich um größere Dateien handelt. Das geht enorm schnell.

Was noch zu tun bleibt

Umgang mit Texten

Extrem wichtig ist für mich Texte zu erstellen und möglichst komfortabel korrigieren zu können. Die bereits erwähnten abweichenden Tastenkombinationen von meiner bisher gewohnten Windows-Umgebung sind ein grund, warum ich hier nicht so rasch vorwärtskomme, wie es mir lieb wäre. ein weiterer Grund liegt in der mangelnden Unterstützung von Braille-zeilen. Ich bin einfach daran gewöhnt, Texte unter den Fingern zu haben und mittels Cursorrouting die Schreibmarke zu positionieren. Das will am Mac noch nicht so recht klappen.

Mit Textedit konnte ich bis jetzt nicht so recht warm werden. Um Texte für mich selbst sinnvoll zu strukturieren, nutze ich gerne Markdown bzw. HTML, weil alle Screen Reader mit Weboberflächen relativ gut klar kommen. Momentan bin ich bei TextMate gelandet, das in etwa dem Editor Notepad++ unter windows entspricht und einen entsprechenden Export beim Speichern erlaubt. Pages würde ich - genau wie unter windows Winword - erst für die Endausfertigung eines Textes benutzen und habe mich daher bislang noch nicht damit auseinander gesetzt. Das hat noch Zeit.

Audio aufnehmen und schneiden

Für meine Bedürfnisse reicht zum Aufnehmen Quicktime; womit ich Audios schneiden werde, weiß ich derzeit noch nicht. Vermutlich aber mit Audacity. Auch die Frage nach der Konvertierung in diverse audioformate, die am Mac nicht so gängig sind, ist noch unbeantwortet.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Meine schon öfter benutzte Bezeichnung "Affengriffe" für diverse Tastenkombinationen waren schon oft genug Thema. Dass diese auch noch von den seit Jahrzehnten in meinen Fingern gespeicherten Windows-Kombinationen erheblich abweichen, macht die Sache nicht einfacher, obwohl dies natürlich kein echter Nachteil, sondern bloße Gewohnheit ist. Es fällt mir schwer, Kombinationen mit mehr als 3 Tasten im Kopf zu behalten und manchmal finde ich es auch schwierig, sie gleichzeitig zu drücken. Die Möglichkeit, bestimmte Kombinationen selbst zu definieren, kompensiert zwar in bestimmten situationen das Problem, funktioniert aber auch nicht immer klaglos. So ist es vorgekommen, dass eine Tastenkombination zum Versenden der Mails wohl im Menü ausgeführt werden konnte, nicht jedoch aus dem Mailtext heraus. Damit verliert sie ihren Nutzen. Sicher ist das ein Bug, aber eben ein sehr unangenehmer.

Ein weiteres echtes und offenbar unlösbares Problem ist die mangelnde Unterstützung von Braille-Zeilen. Zwar lassen sich Texte lesen, aber eine gezielte Steuerung des Systems per Zusatztasten ist so gut wie unmöglich. Die Liste fehlender Funktionen ist eindeutig zu lang, um hier näher darauf einzugehen.

Ausblick

Nächste Woche nehme ich an einem aufbaukurs für Mac teil und bin zuversichtlich, während dieser vier Tage etliche meiner Wissenslücken schließen zu können. Ganz sicher tauchen dabei neue Themen auf, mit denen es sich näher zu beschäftigen lohnt.

Zum vorigen Beitrag der Serie

Zur Übersicht "Gebloggt"

Zu diesem Artikel gibt es leider noch keine Kommentare.

Einen Kommentar zu diesem Artikel schreiben:

Ich behalte mir vor, Einträge wider die guten Sitten oder den guten Geschmack zu entfernen, möchte meine Leser jedoch ausdrücklich zu themenbezogenen Kommentaren oder Fragen ermutigen.